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Durvalumab in der Erstlinientherapie des SCLC

Die frühe Nutzenbewertung von Durvalumab ist das zweite Verfahren beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC). Durvalumab ist zugelassen zur Erstlinientherapie bei fortgeschrittenem SCLC in Kombination mit Carbo- oder Cisplatin und Etoposid. Der G-BA hat keine Subgruppen gebildet und das IQWiG mit dem Bericht beauftragt. Pharmazeutischer Unternehmer und IQWiG kommen zu unterschiedlichen Bewertungen. Einen Überblick über Vergleichstherapie und Bewertungsvorschläge gibt Tabelle 1.

Tabelle 1: Berechnung des Zusatznutzens durch pU und IQWiG

Durvalumab sclc.PNG

Unsere Anmerkungen sind:

  • Die Festlegung der ZVT entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand des Wissens und der Empfehlung in den aktuellen, deutschen Leitlinien. Standard ist die Chemotherapie mit Cis-/Carboplatin (Platin) + Etoposid allein oder in Kombination mit Atezolizumab.
  • Grundlage der frühen Nutzenbewertung von Durvalumab ist die internationale, multizentrische, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie CASPIAN zum Vergleich von Platin/Etoposid (PE) + Durvalumab versus PE.
  • Durvalumab/PE führt gegenüber PE zu einer Steigerung der Remissionsrate, zur Verlängerung der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit. Die immunvermittelten Nebenwirkungen sind gut beherrschbar.
  • In der Bewertung des klinischen Nutzens auf der ESMO-Magnitude of Clinical Benefit Scale v1.1 erhält Durvalumab in Kombination mit Carboplatin/Etoposid den Grad 3 (Skala 1 (niedrig) – 5 (hoch)).

Bei Patienten mit fortgeschrittenem SCLC besteht ein großer, ungedeckter medizinischer Bedarf. Die Ergebnisse zu Durvalumab bestätigen die Daten zur Wirksamkeit von PD-L1-Inhibitoren in dieser Indikation.

Zur Stellungnahme

11.02.2021